Digitale Souveränität ist eine praktische Aufgabe

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Wie unabhängig und sicher ist unsere digitale Infrastruktur? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Cloud X Summit by STACKIT am 17. September in Wiesbaden. Für das KDSZ Bayern ist sie längst Teil des Arbeitsalltags: Digitale Souveränität gehört zu den Leitgedanken beim Aufbau unserer eigenen IT.

„Digital, unabhängig, sicher“ – unter diesem Leitgedanken kamen beim vierten Cloud X Summit im RheinMain CongressCenter Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und IT zusammen. Unter dem Motto „Xperience. Xchange. Xplore.“ ging es unter anderem um souveräne Cloud-Infrastrukturen, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und die Frage, wie Europa seine technologische Handlungsfähigkeit stärken kann.

Das KDSZ Bayern konnte in diesem Jahr leider nicht persönlich am Summit teilnehmen. Die dort diskutierten Fragen beschäftigen uns jedoch unmittelbar.

Souveränität beginnt bei der eigenen Infrastruktur

Als Datenschutzaufsicht befassen wir uns regelmäßig mit Cloud-Diensten, Softwareprodukten und zunehmend auch KI-Anwendungen. Dabei geht es nicht allein darum, ob ein Dienst datenschutzkonform eingesetzt werden kann. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Abhängigkeiten entstehen, wo Daten verarbeitet werden und ob ein Verantwortlicher seine Systeme und Daten dauerhaft beherrscht.

Diese Maßstäbe legen wir auch an unsere eigene Infrastruktur an.

Das KDSZ Bayern verfolgt deshalb einen Open-Source-first-Ansatz. Mehr als 95 Prozent der von uns eingesetzten Software basiert auf Open Source. Offene Standards und Schnittstellen sollen dafür sorgen, dass Daten portabel bleiben und Anwendungen ausgetauscht werden können. Wo Cloud-Infrastruktur erforderlich ist, setzen wir gezielt auf Angebote aus Deutschland und Europa.

Dass solche Grundsätze ganz praktische Folgen haben, zeigte zuletzt die Absicherung unserer Domain kdsz.bayern. Für die Umsetzung von DNSSEC benötigten wir eine technische Infrastruktur, die diesen Sicherheitsstandard auch für eine .bayern-Domain unterstützt. Diese Anforderung war ein wesentlicher Grund für die Entscheidung zugunsten von STACKIT als neuem Technologiepartner. Inzwischen wurde das KDSZ Bayern für die erfolgreiche DNSSEC-Implementierung in die Hall of Fame für E-Mail-Sicherheit des BSI aufgenommen.

Digitale Souveränität bedeutet für uns deshalb nicht, auf moderne Cloud-Technologien zu verzichten oder möglichst alles selbst zu betreiben. Es geht darum, Wahlmöglichkeiten zu erhalten und technische Abhängigkeiten bewusst zu gestalten.

Beim Cloud X Summit 2026 standen digitale Souveränität, Cloud-Technologien, Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

Europäische Alternativen werden leistungsfähiger

Dass sich der europäische Cloud-Markt weiterentwickelt, war auch auf dem Cloud X Summit sichtbar. Neue Kooperationen und Angebote zeigen, dass europäische Infrastrukturen zunehmend mit leistungsfähigen Cloud-, Daten- und KI-Diensten verbunden werden können.

Für Behörden und andere Einrichtungen, die hohe Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit erfüllen müssen, erweitert dies die technischen Gestaltungsmöglichkeiten.

STACKIT ist dabei Technologiepartner des KDSZ Bayern. Entscheidend ist für uns jedoch ein grundsätzlicher Gedanke: Digitale Souveränität entsteht nicht durch die Entscheidung für einen einzelnen Anbieter. Sie entsteht durch eine Architektur, die Wahlmöglichkeiten erhält – mit offenen Standards, interoperablen Systemen, kontrollierbaren Datenflüssen und möglichst geringen Abhängigkeiten.

Der Cloud X Summit hat damit ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, das auch die Datenschutzaufsicht in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen wird. Cloud, KI und digitale Zusammenarbeit lassen sich nicht mehr getrennt von Fragen der technologischen Abhängigkeit und Informationssicherheit betrachten.

Datenschutz, Sicherheit und Souveränität zusammendenken

Für das KDSZ Bayern ist die Konsequenz daraus sehr praktisch: Wir wollen nicht nur über digitale Souveränität sprechen, sondern sie bei unserer eigenen IT Schritt für Schritt umsetzen.

Nicht jede Abhängigkeit lässt sich vermeiden. Aber sie sollte bewusst, transparent und möglichst reversibel sein. Genau darin liegt für uns ein wesentlicher Bestandteil digitaler Souveränität.